Snapchat

Storytelling via Snapchat

Kaum ein anderes Tool eignet sich aktuell so gut für Brand-Storytelling wie Snapchat – so oder so ähnlich zumindest die weit verbreitete Meinung. Seien wir ehrlich: Snapchat ist gerade einfach chic, genauso wie es Instagram oder in den Urzeiten der Social Media Facebook oder Twitter waren. Aber wird es diesem Ruf auch gerecht…?!

Ich zähle mich gerne zu den Early Adopter wenn es um neue Channels geht, bin aber auch ziemlich kritisch und verwöhnt. Mein erster Kontakt mit Snapchat vor ca. zwei Jahren sah daher folgendermaßen aus:

  1. Kanal als neuen Hype aufgeschnappt
  2. App heruntergeladen
  3. UI angeschaut (geht so…)
  4. User gesucht (Adden von FB-Freunden? Luxus! Braucht man scheinbar nicht!)
  5. Hinzufügen von drei (!!!) iPhone-Kontakten
  6. Check des Feeds nach drei Tagen
  7. Löschen der App

Bereits beim vierten Step hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr…! Wieso sollte ich ein Medium nutzen, bei dem es mir schwer gemacht wird bereits anderweitig bestehende Kontakte hinzuzufügen?! Auch die Art und Weise des Konsums der Inhalte turnte mich schnell ab. Zu sehr wird man gezwungen durch den Wust an Bildern und kurzen Videos zu sliden, ohne die Wahl zu haben, ob man sich das überhaupt alles anschauen will.

Soweit die Sicht des Konsumenten. Doch der Marketer in mir sieht natürlich die Nutzungszahlen und registriert den Hype. Als aktuelles Best Practice ist der Channel von PRO7 gerade in aller Munde. Und man muss sagen, die Mädels und Jungs aus Unterföhring verstehen ihr Handwerk: kleine Videos aus den Backstagebereichen, kurze Testimonials von den Enissa Amanis und Annemarie Carpendales dieser Welt – Soft Content, aber sympathisch. Sprich: die halbe Miete für erfolgreiches Social Media Marketing.

Doch was ist mit der anderen Hälfte?! Kontinuierliches Streuen von relevanten Fakten oder News, Infografiken, etc.? Kann funktionieren, aber geht unter, wenn alles unter dem Deckmantel eines einzelnen Channels läuft. Sieht die Lösung also so aus, dass man für jede Zielgruppe oder jede Sparte einen eigenen Kanal befeuert…? Wohl kaum praktikabel…!

Mein Fazit: Snapchat muss nachbessern, nicht zuletzt um auch Marketern und Unternehmen messbare Ergebnisse liefern und sich schlussendlich wirtschaftlich selbst tragen zu können. Und das funktioniert nur, wenn man den Konsum einzelner Inhalte tracken kann, sonst verkommt alles zu einem Einheitsbrei.

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